Fakten 07 - Ökologie der ISS

 

Zusammenfassung

 

Die Innenstadtstrecke Tübingen (ISS) der RSB ist im Vergleich zu Elektrobussen ökologisch stark im Nachteil: CO2(eq) Stadtbahn = 116%, CO2(eq) Elektrobusse = 100% (nach UBA Zahlen aus der Studie von 2020). Anmerkung: UBA = Umweltbundesamt

 

Der größte ökologische Irrsinn der Innenstadtstrecke: durch Infrastruktur und Fahrzeuge wird ein CO2 Rucksack bereits während der Bauzeit  aufgebaut, den die ISS im laufenden Betrieb nie wieder abtragen kann. Die ISS ist der SUV des ÖPNV!

 

 

Die Regionalstadtbahn (RSB) versus der Innenstadtstrecke Tübingen (ISS)

 

Der Schienennahverkehr (SNV) wie die RSB hat einen durchschnittlichen Auslastungsgrad von 29%. Die RSB bewegt bei 55 Tonnen Gewicht im Mittel 785 kg Masse je Passagier.

 

Sobald es in eine Innenstadt geht, sinkt die Auslastung. Laut UBA ist die Auslastung einer Straßenbahn durchschnittlich 19%. Damit bewegt die ISS rechnerisch ein Gewicht von 1.195 kg je Passagier. Nach den Berechnungen der BI lässt sich anhand der geplanten Fahrgastzahlen und der Fahrpläne eine Auslastung von nur 10% erreichen. Das bedeutet, die ISS fährt ökologisch immer mit schlechteren Werten als Elektrobusse.  

 

Betrachtet man die Werte der allerneusten UBA Studie aus dem Jahr 2020, und rechnet die Emissionen von dort betrachteten Dieselbussen auf Elektrobusse um – wie es die BI fordert –, so wird die erschreckende Ökobilanz der ISS schnell deutlich:  

 

CO2(eq) Last einer Straßenbahnen (=ISS)

77,8 g pro Pkm

CO2(eq) Last für Elektrobusse

67,1 g pro Pkm

 

 

Im Klartext: Der Personennahverkehr (ISS) ist ökologisch betrachtet 16% schlechter als Elektro-Busse. Anmerkung: Pkm = Personenkilometer

 

Zum Vergleich: Das CO2(eq) eines PKW (Diesel/Benzin) beträgt etwa 140 g CO2(Ä)/Pkm. Das CO2(eq) von Elektro PKW (je nach Strommix, Größe des Autos, Hybrid oder Vollelektro) zwischen 3,3 g und 66,6 g CO2(eq)/Pkm.

 

 

Der CO2 Rucksack der ISS

 

Ein großer Anteil an CO2 Emissionen entsteht während der Bauzeit. Bereits vor der ersten Fahrt wird durch Beton- und Stahlherstellung, Fahrzeuge, Infrastruktur, Baufahrzeuge jede Menge an CO2 erzeugt. Die UBA Studie rechnet diese CO2 Emissionen auf Personenkilometer um. Für die ISS sind das 18,8 g CO2(eq) je Pkm.

 

2019 haben die Stadtwerke Tübingen insgesamt 87.449.379 Pkm gefahren (laut Meldung ans statistische Bundesamt). Mit dem Bau einer ISS würden nach Angaben der Stadt Tübingen rund ein Drittel des Tü-Bus Systems entfallen. Rund 25 - 35% der jetzigen Pkm würden künftig durch die ISS erbracht. Fairerweise haben wir mit der Mitte gerechnet (und dabei außer Betracht gelassen, dass die Befürworter einer ISS von unglaublich steigenden Fahrgastzahlen ausgehen). Rechnet man eine betriebsübliche Nutzungsdauer von Fahrwegen und Infrastruktur und rechnet die CO2(eq) aus Bau und Unterhalt der Fahrbahn, Infrastruktur und Fahrzeugen um, so entsteht während der Bauzeit und bereits vor Fahrtantritt ein CO2 Rucksack von mindestens 30.000 Tonnen.

 

Der Bau der ISS erzeugt bereits vor der ersten Fahrt einen Rucksack von dreissigtausend Tonnen CO2! 

 

 

Was die Befürworter sagen

 

Halt, ruft es aus den Reihen der Befürworter der RSB. Das wird doch alles wieder eingeholt, weil doch die ISS superökologisch fährt und sehr viele Autofahrer auf die ISS umsteigen werden. Da ist doch innerhalb weniger Jahre der CO2 Rucksack komplett abgetragen.

 

Leider falsch!

 

Wir erleben zurzeit, dass die Elektromobilität rasend schnell zunimmt. VW hat das Ende des Verbrenners auf das Jahr 2026 terminiert. Es ist damit absehbar, dass vielleicht ab dem Jahr 2030 insgesamt in Europa nur noch Elektroautos hergestellt werden. Der größte Anteil von Verbrenner PKWs wird gar nicht mehr fahren.

 

Prof. Irslinger und Herr Güttler haben gemeinsam mit den Fachexperten der BI mit viel Mühe sehr detaillierte Zahlen und Studien zu diesem Thema erarbeitet. Basierend auf den aktuellsten Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamtes und öffentlichen Prognosen der PKW Hersteller wird bereits 2027 der Bestand von Verbrenner- und Elektro-PKW gleich hoch sein und etwa 2040 der Anteil an Verbrennern insgesamt vernachlässigbar klein sein. Diese zunehmende Elektromobilität verkleinert den scheinbaren ökologischen Vorteil der ISS.

 

Die Befürworter argumentieren, dass die vielen Umsteiger vom PKW auf die ISS hohe Mengen an CO2 Emissionen in der Zukunft vermeiden werden. Wenn allerdings zum Start der ISS kaum noch Verbrenner fahren, ist dieses Argument nichtig. Der Anfangsrucksack der ISS von 30.000 Tonnen CO2(eq) kann damit auch in Zukunft nicht mehr abgetragen werden.

 

Alle Fachleute kommen zum übereinstimmenden Schluss:
Die ISS wird ihren CO2-Rucksack niemals abtragen können.

 

 

Die Stadtbahn - der SUV des ÖPNV

 

In der letzten öffentlichen Fassung der Alternativenprüfung (vom 13.10.2020) geben die Experten rund 18.000 Personen als Benutzer für die ISS an, mit täglich 41.500 Pkm. Dazu kommt noch ein (erwarteter oder erhoffter) 50% Zuwachs an Passagieren. Nimmt man nun die Fahrpläne laut RSB (17 Stunden fahren Doppelzüge, ca. 3 Stunden Einfachzüge) und verteilt die Passagiere darauf, so ergibt sich eine durchschnittliche Auslastung der ISS von nur noch ca. 10%. Nach 50% Fahrgastgewinn!

 

Dafür bewegt die Stadtbahn im Durchschnitt pro Personenkilometer deutlich mehr Gewicht je Passagier als ein Bus oder ein PKW. Sie braucht dafür entsprechend mehr Strom. Auch dieser Fakt macht die Stadtbahn zu einem irrsinnigen, starren und unflexiblem Transportmittel, die so überhaupt nicht zu einer klimafreundlichen Stadt Tübingen passt, die 2030 klimaneutral sein will.

 

Fazit: Die Stadtbahn ist der SUV des ÖPNV!

 

Thomas Helle, 24.01.2021

 

 

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